Nähmaschinenprojekt

Im Nähatelier in Kirinda werden junge Männer und Frauen kostenlos zu SchneiderInnen ausgebildet. An Nähmaschinen erfolgt die Einführung in das Schneiderhandwerk durch  zwei Schneiderinnen aus Kirinda.

Über ein Jahr hinweg lernen die Schüler von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 14 Uhr den Umgang mit der Nähmaschine und die Umsetzung von Schnittmustern. Zur erlernten Produktpalette zählen Schuluniformen, Kittel, Taschen und vieles mehr. Aktuell nehmen fünf Mädchen und ein Junge an der Ausbildung teil.
Den AbsolventInnen aus Kirinda und Umgebung soll durch die Ausbildung eine Existenzgrundlage gegeben werden.
Die Hilfestellung von Junge Menschen für Afrika e.V. (JMfA) lag 2003 in der Reparatur alter Nähmaschinen und 2005 in der Anschaffung vier zusätzlicher Nähmaschinen, neuen Schnittmustern sowie Nähgarn, Knöpfen und weiteren Nähuntensilien. Ferner erfolgt die Bezahlung der Gehälter der Ausbilderinnen durch JMfA (50.000 FRW, ca. 65 €).
Für 2010 ist der Kauf zweier spezieller Nähmaschinen für die bessere Fertigung von bestimmten Nähten und Säumen geplant sowie die erweiterte Unterstützung der ausgebildeten SchneiderInnen. Bisher mangelt es einerseits an Aufträgen für die Absolventen, andererseits an Nähmaschinen, welche sie nutzen können. Um zu verhindern, dass sie nach Abschluss der Ausbildung ohne Arbeitsplatz in ihre Familien zurückkehren müssen, haben sich acht Absolventen der Nähausbildung (drei davon aus 2007, fünf aus 2008) im Club Amahoro zusammengeschlossen.
Da sie nicht in der Lage sind sich eine eigene Nähmaschine anzuschaffen, teilen sich die Mitglieder des Club Amahoro vier Nähmaschinen, an denen sie Aufträge ausführen können. Von den acht Mitgliedern nutzen zwei ihre eigene Nähmaschine, die anderen arbeiten an Maschinen, die von JMfA zur Verfügung gestellt werden.
JMfA übernimmt zudem die Hälfte der Miete für den Raum, in dem die AbsolvenInnen arbeiten. Außerdem ist von Seiten des Vereins vorgesehen, diejenigen Mitglieder des Club Amahoro beim Kauf einer Nähmaschine zu unterstützen, die über ein Jahr hinweg konsequent dort gearbeitet haben. Der Eigenanteil der Absolventen soll dabei 50% betragen, das sind umgerechnet etwa 50€. Eine eigene Nähmaschine stellt die Basis für die erfolgreiche und unabhängige Arbeit als SchneiderIn dar und ist deshalb eine Investition in die Zukunft.
JMfA hat die Absolventen bisher auch durch Aufträge von Taschen gefördert, welche u.a. auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden. Wünschenswert wäre die Anfertigung von Produkten, welche auf dem regionalen Markt verkauft werden können. So könnten die jungen Menschen ein eigenes Einkommen erwirtschaften und das Projekt könnte sich in Zukunft selbst tragen. Eine stärkere Vernetzung mit anderen regionalen Projekten in Kirinda wie der Grundschule oder dem Krankenhaus birgt Potential zur höheren Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des Nähateliers wie des Clubs Amahoro.
Bis heute haben 17 Schüler ihre Ausbildung im Nähatelier abgeschlossen. Damit noch viele weitere folgen können und diese im Anschluss auch eine berufliche Perspektive haben, möchten wir das Atelier wie den Club Amahoro weiter fördern.

Erlernen des Nähhandwerks unter professioneller Anleitung
Schülerin beim Nähen